Nachdem die Familie Morgenroth, das Stadtgut Niemark vor einiger Zeit pachtete, ersteigert sie nun für 1,2 Millionen Euro den Hof Nathenkuhl bei Malente. Bekannt ist dieses Stückchen Land, immerhin 80 Hektar, durch die Immenhof-Filme, die in den 50ziger Jahren entstanden.
Verwunderlich ist, wieso die Familie Morgenroth in ein gepachtetes Grundstück einen doch erheblichen Geldbetrag investierte und dann für völlig überraschend in einer Nacht und Nebel Aktion das der Stadt Lübeck gehörende Anwesen wieder verlässt.
Sollte etwa die Familie Morgenroth reingelegt worden sein? Denn davon kann man ja wohl ausgehen, eine Geschäftsfamilie des Standes Morgenroth ist doch nicht so naiv und investiert mehrere hunderttausend Euro ins Blaue. Gerüchte zufolge beabsichtigte die Familie Morgenroth selbstverständlich das Gut Niemark zu erwerben, was wiederum Gerüchten zufolge auch Vertraglich geregelt gewesen war.
Bleibt die interessante Frage was aus Niemark wird. Die Stadt Lübeck hat seinerzeit schon zum Nachteil des Steuerzahlers den letzten Pächter ziehen lassen. Die angrenzenden Arbeiterhäuser waren bereits bei Pachtende in keinen unterhaltenem Zustand. Offensichtlich wurde nicht ein Pfennig, bzw. Cent in Erhaltungsmaßnahmen gesteckt. Dies wäre doch wohl Pflicht des langjährigen Pächters A. gewesen.
Einen Teil der Landwirtschaftlichen Flächen des Stadtgutes Niemark stellte die Stadt als Ausgleichsfläche für den Bundesautobahn A 20 zur Verfügung.
Und dann gibt es noch den Verein, der einige Hektar von der Stadt Lübeck gepachtet hat. Dieser Verein ermöglicht das Leben im Bauwagen. Menschen die in Not gekommen sind, oder die diese andere Lebensweise von sich heraus wünschen Leben hier in mehr oder weniger Paradiesvogelartiger Besonderheit. Weg vom gutbürgerlichen Leben, vor den Toren der Stadt Lübecks ermöglichte Altbürgermeister Bouteiller diese in Deutschland einzigartige Lebensform.
Bleibt die Frage offen, wer bekommt Niemark? Wenn die Reichen sich gegenseitig ausstechen, ist es dann möglich, dass es eine Initiative entsteht, die Niemark als Wagenplatz rettet. Aus eigner Kraft wird der Verein das wohl nicht schaffen, die Bewohner haben ja schon mehr als genug damit zu tun, ihr eignes Überleben zu bewältigen.
Das wäre doch mal eine Aufgabe für die Politik, welche Schattierung auch immer sich profilieren will. Wahrscheinlicher ist, dass die Stadt Lübeck, wem auch immer sie verpflichtet ist hier ihren Interessen nachkommt.